Auf dem Hügel von Poggio Marturi ist das Schloß mit seinen Zinnen und Türmen von allen Seiten sichtbar. Das erste sichere Entstehungsdatum geht auf den 25. Juli 998 zurück.
Das Schloß wird in einem Dokument des Grafen Ugo der Toskana genannt. Dieser vermachte es den Benediktinermönchen, damit sie es in ein Kloster umstrukturierten.
Das Motiv dieser großzügigen Geste den religiösen Männern gegenüber findet man in den Erzählungen des Volkes aus dieser Zeit. Denn man erwartete zum Jahreswechsel des Jahres 1000 das Ende der Welt.
Gegen Ende des XV. Jahrhunderts verarmte die Abtei von Poggio Marturi, denn sie wurde vom Unglück, der Pest und verschiedenen Kriegen heimgesucht. Sie verfiel und wurde schließlich im Jahre 1445 vollkommen aufgegeben. Die Abtei ging dann in den Besitz des Krankenhauses San Bonifacio in Florenz über, aber wenig später wurde das Gebäude, beinahe eine Ruine, von Clemente Casini aus Poggibonsi erworben, der es in ein Landgut umstrukturierte.
1886 ging der Besitz an Marcello Galli-Dun, der die verfallenen Mauern restaurierte und ihnen ihr heutiges Aussehen verlieh.
Das Kloster war einst reich an wertvollen Gegenständen, die leider im Laufe der Zeit verloren gingen und heute kann man in der Laurentischen Bibliothek von Florenz nur noch eine Miniatur, die sicher auf das XI. Jahrhundert zurückgeht und zahlreiche Gebete und Beschlüsse von Kirchenversammlungen sowie eine wunderschöne Madonna mit Kind besichtigen. Eine weitere Miniatur, die uns auf wunderbare Art erhalten blieb, stellt ein herrliches Kreuz mit verschiedenen Heiligenfiguren dar.
Das antike Kloster mitten im Grünen des Hügels vom Marturiweiler, besitzt heute nur noch den Kreuzgang, dessen Entstehungszeit auf das X. und XI. Jahrhundert geschätzt wird.